Schauübung im Dolomitwerk Oberjettenberg: Fahrzeug 40 Meter tief abgestürzt

Datum: 15.11.09
Verfasser
: Markus Leitner
Aktualisiert am
: 15.11.09 um 13:43 Uhr - Dieser Bericht wurde bereits 813 mal gelesen.


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Im Rahmen des Symposiums „Alpine Sicherheit 2009“ fand auch eine Schauübung im Dolomitwerk Oberjettenberg statt, bei der die zum Teil komplexen Organisations-, Führungs- und Entscheidungsstrukturen bei Rettungseinsätzen im Gebirge praktisch erklärt wurden: Soldaten der Gebirgsjägerbrigade 23, Polizeibergführer und Einsatzkräfte von Bergwacht und Feuerwehr demonstrierten den rund 200 Zuschauern die unterschiedlichen Möglichkeiten zur Menschenrettung aus unwegsamen Gelände.

Angenommen wurde, dass ein mit fünf Forstarbeitern besetztes Fahrzeug wegen eines Wildwechsels von der Straße abkommt und 40 Meter tief in eine Schlucht abstürzt. „Im komplexen Einsatzszenario müssen mehrere Aufgaben wie die medizinische Versorgung und Rettung der Verletzten im absturzgefährlichen Gelände oder die polizeiliche Unfallaufnahme und Dokumentation gleichzeitig erledigt werden, was nur durch intensive Zusammenarbeit aller Einsatzorganisationen möglich ist“, erklärt Bergwacht-Bereitschaftsleiter Urs Strozynski, der die Übung moderiert und den Zuschauern die unterschiedlichen Möglichkeiten zur Rettung erklärt.

Eine zufällig anwesende Einheit der Gebirgsjägerbrigade 23 beobachtet den Unfall, wobei sich die Soldaten sofort zu den Verletzten abseilen und Erste Hilfe leisten. Kurze Zeit später treffen Bergwacht, Feuerwehr und Polizei ein und bilden eine gemeinsame Einsatzleitung, die den weiteren Ablauf der Rettungsaktion festlegt: Mehrere Bergretter und Polizeibergführer werden in die Schlucht abgeseilt und kümmern sich um die notfallmedizinische Versorgung der zum Teil schwer Verletzten, die im Anschluss in der Gebirgstrage und im Luftrettungssack gesichert werden.

Während ein Patient mit der so genannten Tyromont-Seilwinde über den Steilhang nach oben zur befestigten Straße gezogen wird, demonstrieren weitere Einsatzkräfte die schonende Bergung mit dem Drehleiter-Seilzug-System. Per Funk zielsicher eingewiesen fliegt schließlich ein Polizeihubschrauber auf den Steinbruch zu, geht über dem Unfallort in den Schwebeflug über und lässt seinen Windenhaken ab – ein Bergwacht-Luftretter sichert sich und den im Luftrettungssack gelagerten Verletzten am Stahlseil und wird zur Maschine aufgeseilt, wobei ein weiterer Bergwachtmann am Boden per Antirotationsleine verhindert, dass sich Retter und Patient wegen des Abwinds der Rotorblätter ständig im Kreis drehen.