
Rettungshubschrauber als schneller Notarztzubringer auf dem Land

Schneller Transport eines lebensgefährlich Verletzten in eine
Klinik der Maximalversorgung

Aufgrund ihrer Möglichkeiten werden RTH auch in speziellen
Notfallsituationen eingesetzt: Rettung mit dem Rettungstau vom Kirchdach

RTH Christoph 14 Traunstein

Abtransport eines notärztlich versorgten Patienten
Luftrettung
Rettungshubschrauber (RTH) werden eingesetzt, um mutmaßlich
lebensgefährlich verletzten oder erkrankten Menschen zu helfen
(Primäreinsatz). Die medizinischen Indikationen für den
Einsatz eines RTH entsprechen denen eines Notarzteinsatzes. Aufgrund
ihrer Möglichkeiten werden RTH aber auch in speziellen Notfallsituationen
eingesetzt, dazu gehören unter anderem Einsätze im Gebirge
und im unwegsamen Gelände oder der schnelle und schonende Transport
über weite Strecken. Die Besatzung eines RTH besteht mindestens
aus Notarzt, Rettungsassistent und Pilot, einige Hubschrauber sind
zusätzlich mit einem Bordwart besetzt.
Personal im Luftrettungsdienst
Für das Berchtesgadener Land ist primär der am Klinikum
Traunstein stationierte Rettungshubschrauber
Christoph 14 zuständig. Die Station wird vom Bayerischen
Roten Kreuz (BRK) betrieben; den hochmodernen Hubschrauber vom Typ
EC135T2i stellt das Bundesinnenministerium über das Bundesamt
für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe zur Verfügung.
Beamte der Bundespolizei-Fliegerstaffel Süd kommen als Piloten
zum Einsatz. Die Notärzte werden vom Klinikum Traunstein gestellt.
Es handelt sich um Fachärzte, die über Erfahrung in der
Intensivmedizin und im Rettungsdienst verfügen. Der Rettungsassistent
ist Angestellter des BRK. Eine fundierte Ausbildung und mehrere Jahre
Berufserfahrung sind Voraussetzung für den Einsatz im Luftrettungsdienst.
In besonderen Lehrgängen werden die Rettungsassistenten für
den Luftrettungsdienst geschult, denn neben den medizinischen Aufgaben
unterstützen sie den Piloten im Anflug zum Einsatz beim Navigieren
und bei der Luftraumbeobachtung. Ferner halten Sie den Funkkontakt
zur Rettungsleitstelle, die den Einsatz koordiniert.
Die orangefarbenen Hubschrauber des Zivilschutzes sind Teil des Ausstattungspotenzials,
das der Bund den Ländern für den Katastrophen- und Zivilschutzfall
zur Verfügung stellt. Mit ihrer Hilfe können
- Schwerverletzte nach erster Behandlung vor Ort abtransportiert
- Schadensstellen erkundet und überwacht
- Bevölkerungsbewegungen beobachtet und gelenkt
- radioaktive Strahlung aus der Luft gemessen
- Spezialisten und Material herbeigeschafft werden
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Jeder Zivilschutz-Hubschrauber des Bundes führt eine komplette
Notarzt-Ausstattung mit und kann bis zu zwei Verletzte liegend transportieren.
Schneller Transport des Notarztes zum Patienten
Wesentliche Vorteile des Rettungshubschraubers sind, dass der Notarzt
auch über weitere Entfernungen schnell zum Patienten gebracht
werden kann, und die schnelle und schonende Beförderung des Patienten
in ein optimal geeignetes Krankenhaus, selbst wenn dieses in einiger
Entfernung zum Notfallort liegt (Primäreinsatz). Dadurch wird
der RTH gerade auf dem Land unverzichtbar. Schonende Verlegungen von
intensivpflichtigen Patienten von einem Krankenhaus in eine Spezialklinik
gehören ebenfalls zum Aufgabenspektrum (Sekundärtransport).
Einschränkungen für den RTH
Leider gibt es auch Einschränkungen für den Einsatz eines
RTH. So kann der Hubschrauber bei unzureichenden Sichtflugbedingungen
nicht eingesetzt werden (wetterbedingt bei starkem Nebel oder Schneefall).
Bei Dunkelheit kann der RTH nur auf ausgeleuchteten Landeplätzen
landen oder starten.
Wenn Sie einen Hubschraubereinsatz miterleben, so nähern Sie
sich der Maschine niemals, schon gar nicht bei laufenden Rotorblättern,
ohne unmissverständliche Aufforderung oder Zustimmung des Piloten.
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