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Freiwillige Sanitäter hatten bei zwei Altkleidersammlungen viel zu tun

BERCHTESGADENER LAND (ml) – Über 20 Tonnen alte Kleidung, Wäsche, Hüte, Decken, Schuhe und Federbetten haben die ehrenamtlichen Helfer der BRK-Bereitschaften und des Jugendrotkreuzes (JRK) im vergangenen November bei zwei Altkleidersammlungen im südlichen und mittleren Landkreis zusammengetragen; fast 16 Tonnen im südlichen Landkreis, weitere fünfeinhalb Tonnen rund um Bad Reichenhall. Kreisbereitschaftsleiter Florian Halter bedankt sich dafür bei der Bevölkerung, denn die ehrenamtlichen Sanitäter sind auf die Spenden zur Finanzierung ihrer Arbeit dringend angewiesen.

Nach einem gemeinsamen Frühstück ging es los: An den beiden Terminen waren jeweils rund 15 Freiwillige mehrere Stunden beschäftigt, um die Säcke entlang der Straßen auf Kleintransporter aufzuladen und zu einer zentralen Sammelstelle zu bringen. Mehrere lokale Unternehmen unterstützen die Rotkreuz-Helfer bereits seit mehreren Jahren durch kostenlose Bereitstellung von Transportfahrzeugen und einer Sammelhalle. Die beiden BRK-Bereitschaftsleiter Florian Halter und Walter Söldner sind mit dem Ergebnis zufrieden und bedanken sich bei der örtlichen Bevölkerung für die vielen gespendeten Textilien, über deren Verkauf die umfangreichen Dienste auf lokaler Ebene mitfinanziert werden. „Es war super, dass alle die Säcke so vorbildlich verschlossen haben und so gut wie kein Müll dabei war“, lobt Söldner, der die Menschen bittet, schon jetzt wieder die ganzen ausgesonderten Kleidungsstücke aufzubewahren, denn auch 2019 wird wieder zu Gunsten der BRK-Bereitschaft eine Sammlung stattfinden.

Schon seit vielen Jahren organisieren die BRK-Bereitschaften Altkleidersammlungen, um mit den Erlösen ihre ehrenamtliche Arbeit im Sanitäts-, Betreuungs- und Sozialdienst zu finanzieren. Die gesammelte Kleidung wird an eine Spezialfirma zur Wiederverwertung verkauft. Gut erhaltene Stücke werden in ärmere Länder exportiert, wo die Menschen aus finanziellen Gründen auf ein Angebot an günstiger Gebrauchtkleidung angewiesen sind. Stark beanspruchte Textilien, die sich nicht zur Weitergabe eignen, werden durch Faserrückgewinnung als Rohstoff für neue Produkte aufbereitet.

Bei Unfällen und Unglücken aller Art schnelle Hilfe zu leisten, ist die Aufgabe des öffentlich-rechtlichen Rettungsdienstes. Wenn es aber mehr Verletzte und Betroffene gibt, als der Rettungsdienst ordnungsgemäß versorgen kann, oder wenn es aufgrund eines erhöhten Einsatzaufkommens zu Engpässen kommt, alarmiert die Leitstelle die freiwilligen Helfer der Schnell-Einsatz-Gruppen (SEG´n). Die BRK-Bereitschaften im Landkreis halten zur Ergänzung des Rettungsdienstes und für Großschadensfälle aller Art 21 zusätzliche Fahrzeuge, neun Anhänger, zusätzliche Garagen und umfangreiche Ausrüstung bereit, die - genauso wie die Aus- und Fortbildung der freiwilligen Sanitäter - fast ausschließlich über Spendengelder finanziert werden.

Aufgrund fehlender staatlicher Zuschüsse müssen die freiwilligen Sanitäter mit verschiedenen Aktionen Spenden sammeln, um ihre Arbeit und Ausrüstung langfristig finanzieren zu können und der heimischen Bevölkerung dieses zusätzliche Plus an Sicherheit zu bieten. Geografisch ist das Berchtesgadener Land aufgrund der Berge gerade im südlichen Landkreis von den Nachbarregionen abgeschnitten. Wenn alle regulären Rettungsmittel bereits im Einsatz sind, kann die Leitstelle deshalb auf die SEG´n zurückgreifen.

Kreisbereitschaftsleiter Florian Halter bedankt sich für über 20 Tonnen gespendete Altkleider.