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Reichenhaller Rotkreuzler pflegen heuer wieder unverfälschtes Brauchtum in der Vorweihnachtszeit

BAD REICHENHALL (ml) – Zur Nikolauszeit haben heuer acht Ehrenamtliche der BRK-Bereitschaft und des Jugendrotkreuzes (JRK) in Bad Reichenhall wieder besonders viel Arbeit: Am 5. Und 6. Dezember vor mittlerweile bereits 19 Jahren besuchte die authentische Gruppe ehemaliger JRK-Mitglieder rund um Nikolaus Matthias Rein zum ersten Mal Familien im mittleren Landkreis – durchgehend bis 2015 – dann schlief der Brauch aus Zeitgründen zwei Jahre lang etwas ein und wurde 2018 wiederbelebt, wobei erstmals auch neue Kramperl und ein Engerl aus der aktuellen JRK-Ortsgruppe dabei sind und die Tradition in der nächsten Generation weiter pflegen. „Wir möchten Kindern und Eltern eine Freude machen und zugleich einen unverfälschten Beitrag zum Brauchtum leisten“, erklärt Kreisbereitschaftsleiter Florian Halter, der die Gruppe für die neun Hausbesuche herumfährt.

Viele Stammgäste bestätigen die gute Arbeit der jungen Leute, die aufgrund ihrer umfangreichen Erfahrungen in der Jugendarbeit genau wissen, wie sie sich bei besonders ängstlichen oder selbstbewussten Kindern verhalten müssen. „Bei unseren Besuchen wollen wir den Kindern die Angst vor dem Nikolaus und seinem Gefolge austreiben und speziell gegen die Weihnachtsmann-Mentalität ankämpfen“, berichtet Sebastian Luderschmidt, der seit vielen Jahren als Kramperl mit dabei ist. Das handgeschneiderte Bischofsgewand des Nikolauses wurde vor neun Jahren getreu eines über 40 Jahre alten, sehr gepflegten Vorbilds neu angefertigt, das bis dahin verwendet wurde; auch Kramperl und Engerl sind so originalgetreu wie nur möglich gestaltet.

Bei Kramperl- und Perchtentreffen sind die wilden Gesellen des Roten Kreuzes dagegen nicht vertreten; nur am Nikolausvorabend und am Nikolaustag sind sie in den Häusern und Wohnungen der Kurstadt anzutreffen. „Wir wollen bewusst ein Zeichen gegen die touristische Vermarktung des alten Brauches setzen, der durch die Kommerzialisierung immer mehr verfälscht wird“, meint die 16-jährige Christina Pöschl, die zum ersten Mal als Engerl mit der Gruppe von Haus zu Haus zieht. Der über die Jahre stets volle Terminplan bestätigt den Rotkreuzlern ein hohes Maß an Zuverlässigkeit. „Bereits viele Wochen vorher waren wir komplett ausgebucht“, erzählt der stellvertretende Bereitschaftsleiter Sebastian Luderschmidt.

Barbara Grömmer von der BRK-Sozialstation Bad Reichenhall, Fahrdienst-Fahrer Juro Pavlovic, Engerl Christina Pöschl, Nikolaus Matthias Rein, BRK-Kreisgeschäftsführer Tobias Kurz und Kreisbereitschaftsleiter Florian Halter (von links) mit fünf wilden, namenlosen Gesellen.