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BERCHTESGADENER LAND (ml) – 2018 haben 6,6 Prozent der spendefähigen  Bevölkerung (SFB)  des Berchtesgadener Landes zwischen 18 und 73 Jahren genau 2.258 Liter Blut für schwerst Kranke und Unfallopfer gespendet. „Die 7,4 Prozent des Vorjahres wurden leider nicht erreicht“, bedauert Edi Schmid vom ehrenamtlichen Organisationsteam der BRK-Bereitschaften. Bei 38 Blutspende-Terminen betreuten die Ehrenamtlichen insgesamt 5.018 erschiene Blutspender.

„Grund war nicht der fehlende gute Wille unserer Blutspender, sondern die Reduzierung der Termine von 43 auf 38. In Anger, Ainring Bad Reichenhall und Piding wurden vom Blutspendedienst weniger Termine als im Vorjahr angeboten, dafür mehr in anderen Regionen – das ist eine bayernweite Planung, die sich danach richtet, wie am Besten der Gesamt-Bedarf an Konserven im ganzen Bundesland gedeckt werden kann. Erfreulich waren die 363 Erstspender, die sich neu für die wichtige soziale Hilfe zur Verfügung gestellte hatten“, freut sich Schmid. Am fleißigsten waren - wie schon seit Jahren - die Blutspender aus Teisendorf  mit über 13 Prozent der SFB. Die Auswertung der Statistik für die einzelnen Terminorte des Landkreises ergab folgendes Ergebnis:

  • Anger:
  • 2 Termine (2017: 4)
  • 184 erfasste Blutspender = 5,5 Prozent der SFB
  • 167 gespendete Blutkonserven (2017: 325)
  • 17 Erstspender (2017: 19)
  • Das schlechtere Ergebnis war durch die Reduzierung der Termine bedingt.
  • Ainring:
  • 3 Termine ( 2017: 4)
  • 258 erfasste Blutspender = 3,7 Prozent der SFB
  • 235 gespendete Blutkonserven (2017: 328)
  • 26 Erstspender (2017: 26)
  • Das schlechtere Ergebnis war durch die Reduzierung eines Termins bedingt.
  • Bad Reichenhall:
  • 9 Termine (2017: 10)
  • 865 erfasste Blutspender = 5,6 Prozent der SFB
  • 766 gespendete Blutkonserven (2017 : 909)
  • 82 Erstspender (2017 : 61)
  • Das schlechtere Ergebnis war durch die Reduzierung eines Termins bedingt.
  • Freilassing:
  • 6 Spendetermine (2017: 6)
  • 825 erfasste Blutspender = 5,1 Prozent der SFB
  • 701 gespendete Blutkonserven (2017 : 813)
  • 37 Erstspender (2017: 56)
  • Laufen:
  • 4 Termine (2017: 4)
  • 387 erfasste Blutspender = 7,4 Prozent der SFB
  • 335 gespendete Blutkonserven (2017: 382)
  • 28 Erstspender (2017: 25)
  • Piding:
  • 3 Termine (2017: 4)
  • 271 erfasste Blutspender = 7 Prozent der SFB
  • 249 gespendete Blutkonserven (2017 : 312)
  • 18 Erstspender (2017 : 21)
  • Das schlechtere Ergebnis war durch die Reduzierung  eines Termins bedingt.
  • Saaldorf/Surheim:
  • Keine Termine mehr – Einladung der Spender für die Termine in
  • Laufen und Freilassing
  • Teisendorf:
  • 5 Termine (2017: 5)
  • 882 erfasste Blutspender = 13,3 Prozent der SFB
  • 783 gespendete Blutkonserven (2017: 786)
  • 38 Erstspender (2017: 43)
  • Berchtesgaden (fünf Gemeinden des südlichen Landkreises)
  • 6 Termine (2017: 6)
  • 1.346 erfasste Blutspender = 7,6 Prozent der SFB
  • 1.281 gespendete Blutkonserven (2017 : 1.337)
  • 117 Erstspender (2017 : 109)

Beispiele für den Einsatz von Blutkonserven
Die heutige Medizin ist ohne Blutspenden praktisch nicht vorstellbar. Zum Beispiel werden 19 Prozent der Blutkonserven für die Behandlung von Krebskranken verwendet.   16 Prozent bei Magen- und Darmerkrankungen und zwölf Prozent bei Unfallverletzungen. Spenderblut wird auch bei Operationen und Therapiebehandlungen von Leukämie-Erkrankten eingesetzt. BRK-Gebietsreferent Florian Abt erklärt: „Die Blutgruppe 0 negativ als so genanntes Notfallblut ist für den Blutspendedienst besonders wertvoll, da sie jeder Verletzte verträgt. Auch die Blutgruppen und A und 0 sind begehrt. Sie sind am häufigsten in der Bevölkerung vertreten.“ Ein Leitspruch des BRK-Chefarztes Dr. Franz Leipfinger lautet: „Es genügt schon, eine Stunde für das Leben anderer zu opfern. Wenn jeder etwas gibt, ist für jeden auch etwas da“ – er unterstreicht damit, wie wichtig es ist, dass die Blutspende ehrenamtlich und unentgeltlich erfolgt, damit jeder im Notfall Blut bekommt und nicht nur derjenige, er es sich leisten kann. Für BRK-Kreisgeschäftsführer Tobias Kurz ist es ein besonderes Anliegen, allen Gemeinden und Pfarrämtern, einschließlich ihrer Mitarbeiter im Berchtesgadener Land, für die hervorragenden Unterstützung und die kostenlose Überlassung ihrer Räume ganz herzlich zu danken. Zugleich sagt er auch den zahlreichen Blutspendern und Ehrenamtlichen des BRK-Kreisverbandes auch im Namen der schwerst Kranken und Unfallverletzten ein herzliches Vergelts Gott.

Wichtige Argumente für das Blutspenden
Trotz zahlreicher Versuche der Medizin und der Pharmaindustrie ist es bisher nicht gelungen, ein entsprechendes Spenderblut künstlich herzustellen. Täglich werden etwa 2.000 Blutkonserven in den bayerischen Kliniken benötigt. Mit jeder Blutkonserve bekommen bis zu drei Patienten wieder eine Chance auf ein Weiterleben, da die meisten Konserven im BRK-Labor in München in verschiedene Blutbestandteile separiert werden und ein Kranker nur den Teil einer Blutkonserve bekommt, den er gerade benötigt. Statistisch gesehen, sind 80 Prozent der Deutschen mindestens einmal im Leben auf eine Blutkonserve angewiesen. 94 Prozent der Deutschen halten Blutspenden für wichtig, aber nur drei  Prozent der Bevölkerung spendet tatsächlich. Im Berchtesgadener Land spenden immerhin 6,6 Prozent der Bevölkerung. Jeder Spender tut auch etwas für seine eigene Gesundheit, da sein Blut zahlreichen Untersuchungen unterzogen wird und er bei Unregelmäßigkeiten sofort verständigt wird. Regelmäßige Spender, oder wenn eine Spender einen Erstspender zum Termin mitbringt, erhalten zusätzlich einen kostenlosen Gesundheitscheck, in dem  ihre Nieren-, Leber-, sowie Blutfettwerte untersucht werden. Blut spenden kann jeder gesunde Erwachsene zwischen dem 18. und einen Tag vor dem 73. Geburtstag.

Für eine Blutspende muss jeder Spendewillige seinen Personalausweis (und soweit vorhanden seinen Blutspendeausweis) mitbringen. Am Tag der Blutspende sollte man normal, aber nicht zu fettreich essen und vor der Blutspende viel, aber nur Alkoholfreies trinken. Frauen dürfen viermal, Männer dürfen sechsmal im Jahr Blut spenden. Der Abstand zwischen zwei Blutspenden muss mindestens  56 Tage betragen. „Bitte helfen Sie und spenden Sie Ihr Blut und bringen Sie Familienmitglieder, Freunde und Bekannte mit, damit auch in der Zukunft die Versorgung unserer Bevölkerung mit dem notwendigen Blut gewährleistet ist. Blut spenden bedeutet Leben retten!“, betont Schmid.