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BERCHTESGADENER LAND - Sandra Huber und Daniel Bechtel haben erfolgreich ihren Abschluss zum Master of Science (MSc) in Psychotraumatologie und Stressmanagement an der Donau Universität in Krems absolviert. Beide engagieren sich seit vielen Jahren ehrenamtlich im Kriseninterventionsdienst (KID) und Team für Critical Incident Stress Management (CISM) der Bereitschaften des Roten Kreuzes im Berchtesgadener Land und leisten betroffenen Angehörigen, Ersthelfern und Einsatzkräften nach besonders belastenden Ereignissen Unterstützung im Umgang mit diesen außergewöhnlichen Situationen.

In einem ersten Schritt absolvierten Fachdienstleiter Helmut Langosch und seine beiden Stellvertreter Sandra Huber und Daniel Bechtel berufsbegleitend das Studium mit Prüfung zum „Akademischer Experte in Stressmanagement und Krisenintervention“. Sandra Huber und Daniel Bechtel ergänzten dies mit einem weiterführenden berufsbegleitenden Studium zum Master of Science (MSc) in Psychotraumatologie und Stressmanagement, das sie nun im Februar 2019 erfolgreich beendet haben. Diese Ausbildungen wurden neben dem hohen zeitlichen und finanziellen Beitrag der Absolventen selbst durch die gemeinsame, großzügige finanzielle Unterstützung des Bayerischen Roten Kreuzes,  des Kreisfeuerwehrverbands,  des Technisches Hilfswerks,  des Landratsamts  sowie des Rotary Club Berchtesgaden/Bad Reichenhall ermöglicht. Die Verantwortlichen  der Psychosozialen Notfallversorgung (PSNV) im Landkreis Berchtesgadener Land bedanken sich bei allen Unterstützern dafür sehr herzlich!

Landrat Georg Grabner bedankt sich bei den drei Absolventen für das hohe ehrenamtliche Engagement und die wertvolle Bereicherung und Unterstützung für die Einsatzorganisationen im Landkreis: „Das Ausbildungsniveau unserer heimischen Organisationen ist Dank der großen Einsatzbereitschaft seit Jahren sehr hoch. Diese Master-Qualifikation ist zusätzlich eine herausragende Besonderheit im Bereich der Psychosozialen Notfallversorgung, von der viele Organisationen und ihre Einsatzkräfte profitieren!“ Über die erfolgreichen Abschlüsse der drei Führungskräfte freut sich auch die Diplompsychologin, Notfallpsychologin, Trauma-Therapeutin und Psychoonkologin Nora Beer-Saß, die als fachliche Leitung der beiden Teams (KIT und CISM) seit vielen Jahren ehrenamtlich aktiv Verantwortung übernimmt.

Verunfallte, schwerstverletzte Menschen, der Tod von Kindern, die Bergung von Toten –  dies und vieles mehr sind Einsätze für haupt- und ehrenamtliche Helfer aller Einsatz-Organisationen, die einen Helfer auch nach einem Einsatz emotional intensiv beschäftigen. Die meisten Helfer haben aufgrund ihrer langjährigen Erfahrung und Ausbildung gute Möglichkeiten entwickelt, mit diesen erlebten Eindrücken und Gedanken adäquat umzugehen. Diese gewachsenen Bewältigungsstrategien (Resilienzen) und Gespräche mit den Kameraden und Kollegen nach solchen, mit tiefen Eindrücken verbundenen Einsätzen, sind meist schon hilfreich für den weiteren Verlauf der seelischen Einsatzverarbeitung. Manchmal benötigen Helfer aber auch fachliche Unterstützung, um mit Gedanken, Eindrücken, Bildern von Szenarien, die sie aus dem Schlaf reißen, und mit verschiedenen anderen Reaktionen des Körpers, die solch beeindruckende Einsätze hinterlassen können, so umzugehen, dass sie nicht seelisch krank machen. Neben Psychologen und Seelsorgern ist dafür auch ein ausgebildetes CISM-Team für die Stressbewältigung der Einsatzkräfte (SbE) aller Organisationen rund um die Uhr bei Bedarf über die Notrufnummer 112 oder über die CISM-Hotline erreichbar.

Das aus drei Ehrenamtlichen bestehende Leitungsteam der beiden im Fachdienst PSNV in den BRK-Bereitschaften organisierten, aber organisationsübergreifend zur Verfügung stehenden Teams (KIT und CISM), hat sich in einem über fünf Jahre dauernden Studiengang an der Donau Universität Krems in den Bereichen Psychotraumatologie, Krisenintervention und Stressmanagement hohe fachliche Ausbildung erworben.


Auf dem Bild von links nach rechts zu sehen: Daniel Bechtel, Helmut Langosch und Sandra Huber bedanken sich bei Landrat Georg Grabner stellvertretend für alle beteiligten Organisationen und Förderer für die Unterstützung.