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SCHÖNAU AM KÖNIGSSEE  – Zu einem größeren Einsatz für eine 28-köpfige Gruppe aus Jugendlichen und Betreuern mussten am Mittwoch die BRK-Wasserwacht und die Besatzung des Traunsteiner Rettungshubschraubers „Christoph 14“ ausrücken.

Die Leute waren gegen 7 Uhr in Maria Alm losgegangen und wollten an einem Tag das Steinerne Meer bis zum Königssee überschreiten. Zwischen Riemann- und Kärlingerhaus zog sich dann ein zwölfjähriges Mädchen eine schwere und schmerzhafte Knieverletzung zu. Da sie keinen Handy-Empfang hatten, konnten sie keinen Notruf absetzen. Die älteren Jugendlichen und Betreuer trugen das Mädchen dann stellenweise, bis die Gruppe schließlich gegen 17 Uhr am Kärlingerhaus ankam. Dort wurde ein Notruf abgesetzt. Die Besatzung des Traunsteiner Rettungshubschraubers „Christoph 14“ holte das Kind ab und flog es nach notärztlicher Versorgung zur Klinik. Die insgesamt 27 Leute gingen weiter zum Königssee, verpassten dann aber aufgrund des Zwischenfalls das letzte Kursboot der Schifffahrt. Gegen 20.30 Uhr rückte dann die BRK-Wasserwacht mit ihrem Rettungsboot aus und brachte die erschöpften Leute in zwei Fahrten von Sankt Bartholomä  zur Seelände zurück. „Glücklicherweise war unter den ehrenamtlichen Wasserrettern auch ein Busfahrer, der die Gruppe dann vom Königssee nach Berchtesgaden und zweiter zu ihrem Urlaubort nach Zell am See fuhr, da in Berchtesgaden keine Übernachtungsmöglichkeiten mehr frei waren. Gegen 1.30 Uhr konnte auch er dann schlafen gehen“, berichtet Einsatzleiter Martin Planegger.

Darüber hinaus war die Bergwacht Berchtesgaden am Mittwoch (10. Juli) noch bei drei weiteren Einsätzen gefordert: Kurz nach 12 Uhr verletzte sich eine 79-jährige E-Bike-Fahrerin aus der Schönau auf der Forststraße von Schapbach zum Hammerstiel. Kurz vor dem Parkplatz stürzte sie in einem Steilstück und verletzte sich leicht, obwohl sie keinen Helm getragen hatte. Ersthelfer betreuten die Frau bis die Einsatzkräfte eintrafen. Die Leitstelle schickte einen Rettungswagen des Berchtesgadener Roten Kreuzes los und die Bergwacht Berchtesgaden, um die Schranke aufzusperren. Der Einsatzleiter fuhr zunächst mit dem Notfallsanitäter des Berchtesgadener Rettungswagens zur Erkundung los und ließ den Rettungswagen dann rückwärts die wenigen hundert Meter bis zur Patientin fahren, als klar war, dass die Einsatzstelle nicht weiter oben ist. Die Retter versorgten die Frau und brachten sie anschließend in die Kreisklinik Berchtesgaden. Die Bergwacht holte dann noch mit dem Auto das E-Bike ab.

Gegen 14.15 Uhr brauchte dann ein 80-jähriger Hesse mit Kreislaufbeschwerden auf dem blauen Weg an der Vorderbrand-Rodelbahn Hilfe. Die Bergwacht holte ihn mit dem Rettungsfahrzeug ab und übergab ihn an eine Rettungswagen-Besatzung des Berchtesgadener Roten Kreuzes, die ihn in die Kreisklinik Berchtesgaden einlieferte. Anschließend brachte die Bergwacht seine Frau zu ihrem Auto am Großparkplatz Königssee zurück.

Gegen 22.30 Uhr wurden dann vermeintliche Lichtzeichen aus der Göll-Westwand im Bereich des Jagerwieselsteigs gemeldet. Die Bergwacht rückte mit drei Einsatzkräften aus, klärte die Lage mit der Drohne ab und konnte Entwarnung geben, da nur Bergsteiger verspätet im Abstieg waren. Die mutmaßlichen Lichtzeichen waren wie so oft lediglich Lichtquellen und keine bewusst ausgesendeten Zeichen für eine Notlage.

Am Donnerstag (11. Juli) gegen 15.20 Uhr meldeten sich erneut Kletterer vom Einstieg der Route „Welcome to Paradise“ (bereits Einsatz am Dienstagabend) am Untersberg-Blausandpfeiler, da sie durch die nasse Wand nicht aufsteigen konnten. Die in Bergnot Geratenen konnten dann nach telefonischer Rücksprache mit der Bergwacht Marktschellenberg selbst abseilen, wobei die Bergwacht sie zu einer Abseilpiste geleitet hatte. Sie stiegen anschließend durchs Gelände ins Tal ab.

Am Donnerstag (11. Juli) gegen 15.55 Uhr ging ein weiterer Notruf vom Grünsteinhaus ein, wo sich ein fünfjähriges Mädchen bei einem Sturz auf einen Stein eine stark blutende Wunde am Ohr zugezogen hatte. Die Bergwacht Berchtesgaden rückte mit ihrem Rettungsfahrzeug aus, übernahm das bereits mit einem Druckverband versorgte Kind und brachte es zur Kreisklinik Berchtesgaden.