Blutspendedienst des BRK


Für die Gemeinschaft und von der Gemeinschaft – Blutspende ist eine Gemeinschaftsaktion


Für die Verarbeitung von Vollblutspenden bleibt nicht viel Zeit: Innerhalb von maximal 24 Stunden nach der Entnahme muss das kostbare Blut filtriert und aufgetrennt sein

Wichtige Ansprechpartner zum Thema finden Sie >> hier >>

Eine Blutkonserve ist in der Regel nur 42 Tage haltbar

 

Blut spenden kann man regelmäßig in fast allen Orten des Berchtesgadener Landes

Trotz des nahezu konstanten Spendeaufkommens im Landkreis und des steigendem Bedarfs an Blutkonserven nimmt die Anzahl der Spender bayernweit betrachtet leider immer mehr ab

Ehrenamtliche Mitarbeiter der BRK-Bereitschaften gestalten jeden Termin als ein geselliges Zusammentreffen

Würstl-Brotzeit

Ehrenamtliche betreuen die Spender

Der Blutspendedienst des BRK (BSD) wurde 1953 vom Bayerischen Roten Kreuz mit dem Auftrag gegründet, die Versorgung mit Blutprodukten in Bayern sicherzustellen. Er trägt die Rechtsform einer gemeinnützigen GmbH. Als modernes pharmazeutisches Unternehmen ist der BSD heute ein aktiver Partner im bayerischen Gesundheitswesen. Mit seinen über 730 engagierten Mitarbeitern organisiert der BSD jährlich in 64 bayerischen Landkreisen rund 4.400 Blutspendetermine.

Täglich werden 2.300 Blutspenden in Bayern verbraucht
Rund 2.300 Blutspenden werden täglich in den bayerischen Kliniken benötigt. Für Operationen am offenen Herzen braucht man beispielsweise bis zu zehn Liter Blut. Schwere Unfälle machen es erforderlich, dass bei bestimmten inneren Verletzungen zehn und mehr Blutkonserven pro Unfallopfer bereitstehen.

Dank ihrer Blutspende ist es möglich, bestimmte Krebspatienten mit tumorzerstörenden Medikamenten zu behandeln. Rein statistisch gesehen wird sogar das meiste Blut zur Behandlung von Krebspatienten benötigt. Es folgen Erkrankungen des Herzens und Magen- und Darmerkrankungen. Verletzungen aus Verkehrsunfällen rangieren erst an vierter Stelle. Organtransplantationen sind ohne Blutkonserven undenkbar. Meist werden mehrere Liter Blut benötigt. Der Bedarf an Blutkonserven wächst ständig.   Er ist so gesehen nicht zuletzt Folge des medizinischen Fortschritts.

Immer weniger Erstspender
Blut spenden kann man regelmäßig in fast allen Orten des Berchtesgadener Landes. Die genauen Termine finden Sie >>hier>>.
Trotz des nahezu konstanten Spendenaufkommens im Landkreis und des steigenden Bedarfs an Blutkonserven nimmt die Anzahl der Spender bayernweit betrachtet leider immer mehr ab. Treue Stammspender kommen zwar wieder, jedoch finden sich nur wenig junge Menschen, die anderen aktiv helfen wollen. Somit scheint die Basis für die Zukunft unsicher.

Zahlreiche Vorteile für den Spender
Blutspenden kann jeder gesunde Mensch zwischen 18 und 69 Jahren (Erstspender nur bis zum 60.Geburtstag). Der Service einer umfangreichen Blutuntersuchung bei jeder Spende gibt ihnen selbst immer wieder die Sicherheit, dass ihr Körper gesund ist. Ehrenamtliche Mitarbeiter der BRK-Bereitschaften gestalten jeden Termin als ein geselliges Zusammentreffen mit Kaffeetrinken, Geschenkausgabe und Würstl-Brotzeit.

Sprechen Sie mit ihren Freunden und treffen Sie sich beim nächsten Blutspendetermin in ihrer Nähe, denn ihr Blut wird gebraucht: Schwer kranke Menschen und Unfallopfer zählen auf Sie! Ohne gesundheitliche Bedenken können Frauen viermal und Männer sechsmal jährlich spenden. Blutspenden ist aktive Lebensrettung und Unterstützung der Rotkreuz-Arbeit im Rettungsdienst. Auch Sie können plötzlich selbst Opfer eines schweren Unfalls oder einer Krankheit werden; dann brauchen Sie die Solidarität anderer Blutspender. Für die Gemeinschaft und von der Gemeinschaft – Blutspende ist eine Gemeinschaftsaktion.


Ein kleiner Pieks - und das Blut läuft in den Blutbeutel. Wenn 500 ml Blut gespendet worden sind, ist die Spende beendet


Täglich werden 2.300 Blutspenden in Bayern verbraucht

Registratur

Ärztliche Untersuchung
Körpertemperatur messen

Mit einem Tropfen Blut aus dem Ohrläppchen wird der Hämoglobingehalt bestimmt
Blutentnahme

Sicherheit: Bei jeder Blutspende werden drei Teströhrchen Blut entnommen, die später in den BSD-eigenen Speziallabors untersucht werden
Zur Stärkung haben ehrenamtliche Helfer der BRK-Bereitschaften einen kleinen Imbiss vorbereitet

Blutspenden ist aktive Lebensrettung und Unterstützung der Rotkreuz-Arbeit im Rettungsdienst

Zahlen und Fakten:


Ablauf einer Blutspende - von der Registratur bis zum Dankeschön

Wer zum ersten Mal Blut spendet, möchte vorher gern wissen, was beim Spendetermin genau passiert. Acht Stationen durchlaufen Blutspender, bis sie nach getaner guter Tat das Terminlokal wieder verlassen:

  1. Registratur
    An der Registratur werden durch ehrenamtliche Helfer der BRK-Bereitschaften die Daten des Blutspenders aufgenommen. Dazu ist ein aktueller amtlicher Lichtbildausweis nötig.
  2. Fragebogen
    Beim Anmelden erhält jeder Spender einen Fragebogen zu seiner Gesundheit. Dieser Fragebogen muss (bei jeder Spende erneut) sorgfältig ausgefüllt werden.
  3. Ärztliche Untersuchung und Selbstausschlussbogen
    Vor jeder Blutspende entscheidet ein Arzt des Blutspendedienstes über die Spendefähigkeit. Er ermittelt die Körpertemperatur und die Blutdruckwerte, bespricht mit dem Spender den Fragebogen und steht für Fragen zur Verfügung. Die Entscheidung, ob jemand Blut spenden darf, fällt der Arzt im Interesse der Sicherheit des Empfängers und des Spenders.
    Am Ende des Arztgespräches erhält der Spender einen Selbstausschlussbogen. Dieser dient dazu, dass ein Spender auch nach der Blutspende noch sein Blut selbst für die Weitergabe an Patienten sperren kann, wenn er zum Beispiel einen Grund hat, den er nicht offen nennen möchte. Dieser Bogen muss nach der Blutspende ausgefüllt und in einen bereitstehenden Kasten geworfen werden.
  4. Labor
    Mit einem Tropfen Blut aus dem Ohrläppchen wird der Hämoglobingehalt bestimmt. Auch die Blutgruppe wird mit einem Schnelltest ermittelt (die eingehende Blutgruppenbestimmung erfolgt später im Hauptlabor). Im Anschluss erhält der Spender Blutbeutel und Teströhrchen für die Blutspende.
  5. Blutentnahme
    Jetzt erfolgt die eigentliche Blutspende. Der Spender wählt sich eine bequeme Liege, je nachdem, an welchem Arm er gern spenden möchte. Ein kleiner Pieks - und das Blut läuft in den Blutbeutel. Wenn 500 ml Blut gespendet worden sind, ist die Spende beendet und ein Mitarbeiter der Entnahme legt einen Verband an. Erstspendern wird empfohlen, nach der Spende noch einige Minuten liegen zu bleiben.
  6. Ruheraum
    Jetzt geht es darum, sich etwas Ruhe zu gönnen und den Flüssigkeitsverlust nach der Spende durch reichliches Trinken wieder auszugleichen.
  7. Imbiss
    Zur Stärkung haben ehrenamtliche Helfer der BRK-Bereitschaften einen kleinen Imbiss vorbereitet.
  8. Dankeschön
    Blutspenden beim Roten Kreuz sind freiwillig und unentgeltlich. Wer sein Blut für andere gegeben hat, erhält aber als kleines Dankeschön ein Geschenk, das er sich unter verschiedenen Präsenten auswählen kann.

Einige Zeit nach der Blutspende bekommt der neue Spender per Post seinen persönlichen Blutspenderpass mit allen wichtigen Angaben zur Blutgruppe.


Plasmaspender


Ganz besonders wichtig ist für den BSD die Sicherheit der Blutprodukte. Daher werden bei jeder Blutspende auch drei Teströhrchen Blut entnommen, die später in den BSD-eigenen Speziallabors untersucht werden

Innerhalb von maximal 24 Stunden nach der Entnahme muss das kostbare Blut filtriert und aufgetrennt sein
Die Verarbeitung beginnt mit der Filtration

Trennung mit 18 Zentrifugen

Produktions- und Logistikzentrum im unterfränkischen Wiesentheid

Aus einer Blutspende wird eine Blutkonserve

Für die Verarbeitung von Vollblutspenden bleibt nicht viel Zeit: Innerhalb von maximal 24 Stunden nach der Entnahme muss das kostbare Blut filtriert und aufgetrennt sein. Dann sind die dabei gewonnenen roten Blutkörperchen (Erythrozyten) bei + 4° C zu lagern.
Beim Blutspendedienst des BRK (BSD) erfolgt die Verarbeitung der Blutspenden im Produktions- und Logistikzentrum im unterfränkischen Wiesentheid. Dorthin werden nach Ende der Spendetermine alle Blutspenden aus ganz Bayern gebracht.

Am Anfang steht die Filtration
Die Verarbeitung beginnt mit der Filtration. Hier werden die weißen Blutkörperchen, die Leukozyten, herausgefiltert. Sie würden den Empfänger nur unnötig belasten. In Wiesentheid geschieht dies mit Hilfe einer modernen Förderanlage. 45 Minuten laufen die Vollblutspenden durch den Filter. Knapp 450 Spenden werden hier pro Stunde bearbeitet. Um die zügige Verarbeitung zu gewährleisten, sind BSD-Mitarbeiter ab 3 Uhr nachts im Einsatz.

Trennung mit 18 Zentrifugen
Für eine Transfusion werden heute Erythrozyten (rote Blutkörperchen) verwendet. Um diese zu gewinnen, muss jede Blutkonserve zentrifugiert werden. 18 Zentrifugen sind dabei in Betrieb. Durch die Zentrifugation lagern sich die Erythrozyten unten im Blutbeutel ab, während sich oben das Plasma befindet. Mit halbautomatischen Trennmaschinen wird dann das Plasma in einen anderen Beutel überführt. Damit die Blutkonserven mit den Erythrozyten 42 Tage haltbar (maximale Haltbarkeit; deswegen braucht das BRK auch zur Urlaubszeit mit geringem Spendenaufkommen frische Konserven) bleiben, wird den Zellen eine Nährlösung zugeführt. Ist das Testergebnis für die Blutkonserve in Ordnung, kann sie für Patienten eingesetzt werden.

Plasma zur Transfusion und für Arzneimittel
Wenn Plasma innerhalb von sechs bis maximal 18 Stunden nach der Entnahme tiefgefroren wird, kann es ebenfalls für Transfusionen verwendet werden. Nicht direkt für Transfusionen benötigtes Plasma kann zur Herstellung von anderen dringend benötigten Arzneimitteln wie Gerinnungsfaktorkonzentraten und Immunglobulinpräparaten verwendet werden.


Diese vielfältigen Aufgaben des Blutes können von keinem anderen Organ, erst recht von keinem Medikament übernommen werden


Ganz besonders wichtig ist für den BSD die Sicherheit der Blutprodukte
Von jeder Blutspende gehen zwei Teströhrchen in das Hauptlabor im Institut für Transfusionsmedizin in München
Hier wird das Blut auf HIV-Antikörper, Hepatitis B und C (zwei verschiedene Erreger der Gelbsucht), auf einen Leberwert und Syphilis untersucht

Die Probenvorbereitung wird über Nacht bis 6 Uhr morgens durchgeführt

Im Münchner Labor wird auch die Blutgruppe bestimmt

Transportfahrzeug des BSD für Blutprodukte

Blutkonserven auf dem Weg in die Klinik

Übergabe der Blutprodukte im Krankenhaus

Unser Blut: ein lebendes Organ mit vielen Funktionen


Blut besteht aus vielen lebenden Zellen und kleinen Teilchen. Jedes dieser Teilchen hat eine ganz besondere lebensnotwendige Funktion, nichts ist überflüssig. So sind die roten Blutzellen (Erythrozyten) für den Transport von Sauerstoff zuständig. Das Blutkreislaufsystem sorgt dafür dass der Sauerstoff dahin kommt, wo er gebraucht wird: in das Gehirn, die Muskulatur und alle anderen Organe. Blut versorgt den Körper auch mit notwendigen Aufbaustoffen, Energieträgern, Mineralien, Hormonen, Enzymen und Vitaminen. Das Blut schützt uns darüber hinaus vor Infektionen und Krankheiten, indem seine Zellen in den Körper eingedrungene Viren, Bakterien oder sonstige Fremdstoffe erkennt und unschädlich macht. Dafür sind die weißen Blutzellen (Leukozyten) verantwortlich. Auch die Blutung kann das Blut selber regeln: Die in ihm enthaltenen Blutplättchen (Thrombozyten) bilden zusammen mit speziellen Eiweißmolekülen (Gerinnungsfaktoren) die Blutgerinnungsstoffe, damit wir nicht bei einer einfachen Verletzung schon verbluten. Und schließlich ist das Blut auch noch für den Wärmetransport innerhalb des Körpers verantwortlich.

Diese vielfältigen Aufgaben können von keinem anderen Organ, erst recht von keinem Medikament übernommen werden. Das menschliche Blut ist ein ebenso einzigartiges Organ wie eine Leber, der Magen oder die Lunge. Trotz aller wissenschaftlicher Fortschritte kann Blut nicht künstlich hergestellt werden. Jeder Tropfen einer Butkonserve, der einem Patienten transfundiert wird, muss vorher von einem Menschen gespendet worden sein. Deshalb ist Blutspenden so wichtig!

Sicherheit ist großgeschrieben: So wird gespendetes Blut getestet

Wenn ein Blutspendetermin zu Ende ist, beginnt für die Mitarbeiter des Blutspendedienstes des Roten Kreuzes (BSD) die Verarbeitung des gespendeten Blutes. Ganz besonders wichtig ist für den BSD die Sicherheit der Blutprodukte. Daher werden bei jeder Blutspende auch drei Teströhrchen Blut entnommen, die später in den BSD-eigenen Speziallabors untersucht werden.

Von jeder Blutspende gehen zwei Teströhrchen in das Hauptlabor im Institut für Transfusionsmedizin in München. Hier wird das Blut auf HIV-Antikörper, Hepatitis B und C (zwei verschiedene Erreger der Gelbsucht), auf einen Leberwert und Syphilis untersucht. Für die Untersuchungen auf Hepatitis B und C werden folgende Tests durchgeführt: HBSAG (Bestandteil des Hepatitis B Virus), Anti-HBc (Abwehrstoff gegen Hepatitis B Erreger, der in der Regel zeitlebens nachweisbar bleibt - dieser Test wird beim BSD schon seit 1996 freiwillig durchgeführt und ist seit 30.6.2006 Vorschrift), Anti-HCV (Abwehrstoff gegen Hepatitis C Erreger). Im Münchner Labor wird übrigens auch die Blutgruppe bestimmt, bei Erstspendern gehören dazu insgesamt 22 Einzeluntersuchungen. Ein Teströhrchen gelangt nach Wiesentheid ins PCR-Labor. PCR ist die Abkürzung für Polymerase-Kettenreaktion (Polymerase Chain Reaction). Hier ist ein direkter Virusnachweis für HIV und die Gelbsuchterreger HBV und HCV möglich. Dazu wird Erbinformation der genannten Viren, sofern diese im Blut vorhanden sind, so oft "kopiert", bis sie nachweisbar werden. Mit dem direkten Virusnachweis wird das sogenannte „diagnostische Fenster“, der Zeitraum zwischen Ansteckung und Nachweisbarkeit der Erreger oder Antikörper, verkleinert.

Die Probenvorbereitung wird über Nacht bis 6 Uhr morgens durchgeführt. Der Befund liegt dann bis etwa 14 Uhr für alle Proben vor. Nur wenn alle Testergebnisse in Ordnung sind, kann das Blut für Kranke und Verletzte verwendet werden, ansonsten muss es vernichtet werden.


Der Service einer umfangreichen Blutuntersuchung bei jeder Spende gibt ihnen selbst immer wieder die Sicherheit, dass ihr Körper gesund ist


Konservenschrank in der Klinik: Das Personal muss auch seltene Blutgruppen vorhalten