Führung und Leitung im Einsatz, Einsatzleitung


Sanitätseinsatzleitung (LNA & OrgL): Das Rote Kreuz nimmt die Leitungs- und Führungsaufgaben zum Teil in Auftrag der Kreisverwaltungsbehörde, aber auch im Rahmen der Selbstorganisation wahr



Bergwacht-Einsatzleiter



Speziell geschulte ehrenamtliche Führungs- und Leitungskräfte tragen Sorge dafür, dass die verschiedenen Einsatzdienste optimal zusammenwirken


Einsatzabschnittsleiter: Beim BRK einheitlich mit grüner Überwurfweste gekennzeichnet


Die Führungskräfte tragen Sorge für die effektive und effiziente Hilfeleistung ihrer Einheiten


Einsatzleiter, Abschnittsleiter oder SEG-Leiter zu sein ist eine spannende und fordernde Tätigkeit


SEG-Leiter mit blauer Überwurfweste


Kreisschema als Modell des Führungsvorgangs (anklicken für Großansicht)


Schema Führungsstab (anklicken für Großansicht)

Der Einsatzleiter (EL) ist die für die technisch-taktische Einsatzdurchführung gesamtverantwortliche Führungskraft. Eine Einsatzleitung besteht aus dem Einsatzleiter, den Führungsgehilfen, dem Stabs- und Hilfspersonal sowie notwendigen Führungsmitteln.

Grundlagen für Führen im Einsatz:
Dienstvorschrift 100: Dienstvorschrift 100
Dienstvorschrift 100, DRK-Version: Dienstvorschrift 100, DRK-Version


Komplexes Hilfeleistungssystem
Das komplexe Hilfeleistungssystem des BRK-Kreisverbands Berchtesgadener Land basiert auf zahlreichen spezialisierten Einheiten und ist ein wichtiger Bestandteil der nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr im Landkreis. Speziell geschulte ehrenamtliche Führungs- und Leitungskräfte tragen Sorge dafür, dass die verschiedenen Einsatzdienste optimal zusammenwirken und jeder Kranke, Verletzte oder Betroffene effizient und ereignisnah versorgt wird.

Das Rote Kreuz nimmt die Leitungs- und Führungsaufgaben zum Teil in Auftrag der Kreisverwaltungsbehörde (Örtlicher Einsatzleiter, Sanitätseinsatzleitung mit Unterstützungsgruppe), aber auch im Rahmen der Selbstorganisation wahr (Einsatzleiter Rettungsdienst, Einsatzleiter Wasserrettung, Bergwacht-Einsatzleiter, SEG-Leiter, Einsatzabschnittsleiter).

Führen im Einsatz - Ehrenamt als Basis
Ehrenamtliche Einsatzkräfte der BRK-Bereitschaften, der Bergwacht im BRK und der BRK-Wasserwacht nehmen auf Basis einer fundierten Aus- und Fortbildung Leitungs- und Führungsaufgaben im Einsatzfall wahr.

Die BRK-Helfer stehen rund um die Uhr für die Hilfeleistung bei Großschadenereignissen und Katastrophen bereit. Der Einsatz selbst und seine Vor- und Nachbereitung umfassen ein breites Spektrum an Tätigkeiten, das den Führungs- und Leitungskräften der Einsatzformationen hohe Kompetenz und viel Engagement abverlangt.

Einsatzleiter, Abschnittsleiter oder SEG-Leiter zu sein ist eine spannende und fordernde Tätigkeit, für die eine gute Ausbildung und ständige Praxis zwingend erforderlich ist. Die Führungskräfte tragen Sorge für die effektive und effiziente Hilfeleistung ihrer Einheiten und sind nicht zuletzt für das Wohl der ihnen unterstellten Helfer verantwortlich.

Leiten von Rotkreuz-Gemeinschaften
Die Leitungskräfte der Rotkreuz-Gemeinschaften tragen eine große Verantwortung für die Arbeit und Entwicklung der Gruppierungen. Neben Fach- und Methodenkompetenz ist eine ausgeprägte Fähigkeit zum Umgang mit anderen Menschen gefragt. Zur Vorbereitung auf diese spannende und herausfordernde Aufgabe sind entsprechende Qualifizierungslehrgänge erforderlich.

Grundsätzliche Voraussetzungen für Leitungs- und Führungskräfte:

  1. rotkreuzspezifische Kompetenz
  2. fachliche Kompetenz
  3. personelle Kompetenz
  4. soziale Kompetenz
  5. organisatorisch-administrative Kompetenzen
  6. strategische Kompetenz

Die Kompetenzen werden im Rahmen der Führungskräftequalifizierung erworben bzw. erweitert und können auch beruflich und privat von Nutzen sein.

Führen im Einsatz
Ein Führer ist der Vorgesetzte bzw. Leiter eines Verbandes, einer Einheit oder Einrichtung des Katastrophenschutzes. Führer sind Zugführer und Bereitschaftsführer.

Führung ist die Einflussnahme auf die Entscheidungen und das Verhalten anderer Menschen mit dem Zweck, mittels steuernden und richtungsweisenden Einwirkens vorgegebene und aufgabenbezogene Ziele zu verwirklichen. Das bedeutet, andere zu veranlassen, das zu tun, was zur Erreichung des gesetzten Zieles erforderlich ist.

Führungsmittel sind technische Mittel, Unterlagen, Pläne und Einrichtungen, die Führungskräfte bei ihrer Führungsarbeit unterstützen. Sie ermöglichen es, die für den Führungsvorgang erforderlichen Informationen zu gewinnen, zu verarbeiten und zu übertragen.

Ein Führungsstab besteht grundsätzlich aus dem Leiter des Stabes, den Leitern der Sachgebiete (S1 bis S6: Personal, Lage, Einsatz, Versorgung, Presse- und Medienarbeit, Information und Kommunikation) sowie zusätzlichen, entsprechend der Schadenslage in der Einsatzleitung benötigten Fachberatern und Verbindungspersonen.

Der Führungsvorgang ist ein zielgerichteter, immer wiederkehrender und in sich geschlossener Denk- und Handlungsablauf; er vollzieht sich auf allen Ebenen und in allen Bereichen. Der Führungsvorgang vollzieht sich in Lagefeststellung (Erkundung/Kontrolle), Planung mit Beurteilung der Lage und Entschluss, im Befehl.



Das komplexe Hilfeleistungssystem des BRK-Kreisverbands Berchtesgadener Land basiert auf zahlreichen spezialisierten Einheiten und ist ein wichtiger Bestandteil der nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr im Landkreis



Die Sanitäts-Einsatzleitung leitet und koordiniert den Einsatz der im Einzelfall zur Verfügung stehenden Kräfte des Rettungs-/Sanitätsdienstes


Die-Sanitäts-Einsatzleitung besteht aus dem Leitenden Notarzt (LNA) und dem organisatorischen Leiter (OrgL)


OrgL: In Bayern gekennzeichnet mit gelber Überwurfweste und 4cm breitem blauen Band am Helm


Der SanEL kann zur Unterstützung eine Unterstützungsgruppe Sanitätseinsatzleitung zur Seite gestellt werden


Einsatzleitwagen RK/BGL 3 (ELW2)


ELW2 im Einsatz: Waldbrand am Thumsee


Einsatzabschnitsleiter (EAL) Behandlungsplatz


Einsatzabschnitsleiter (EAL) Patientenablage


Einsatzabschnittsleiter (EAL) Presse- und Medienarbeit – Sachgebiet 5 (S 5)

Sanitätseinsatzleitung (SanEL)

Basierend auf den Richtlinien für die Bewältigung von Schadensereignissen mit einer größeren Anzahl Verletzter oder Kranker (Massenanfall von Verletzten) Bekanntmachung des Bayerischen Staatsministeriums des Innern vom 01.09.1999 Nr. ID4-2252.22-7

Die Sanitäts-Einsatzleitung leitet und koordiniert den Einsatz der im Einzelfall zur Verfügung stehenden Kräfte des Rettungs-/Sanitätsdienstes mit dem
Ziel einer bestmöglichen medizinischen Versorgung aller Verletzten. Sie stimmt sich dabei mit dem für die Leitung des Gesamtschadensereignisses zuständigen Örtlichen Einsatzleiter (ÖEL) ab und berät diesen in Fragen des Rettungs-/ Sanitätsdiensteinsatzes. Soweit kein ÖEL die Gesamtleitung übernommen hat, erfolgt die Abstimmung mit den Leitern der anderen Fachdienste. Die-Sanitäts-Einsatzleitung besteht aus dem Leitenden Notarzt (LNA) und dem organisatorischen Leiter (OrgL). Diese wirken bei der Wahrnehmung ihrer Aufgaben vertrauensvoll zusammen und unterstützen sich gegenseitig.

Soweit ein Örtlicher Einsatzleiter nach Art. 6 oder 15
BayKSG die Leitung der Einsatzmaßnahmen vor Ort übernommen hat, ist dieser im Rahmen seiner Aufgaben weisungsbefugt gegenüber der Sanitäts-Einsatzleitung. In die fachdienstlichen
Aufgaben soll dabei nur eingegriffen werden,
wenn dies zur Wahrnehmung der Gesamteinsatzleitung notwendig
ist (Führen durch Auftragstaktik). Die Mitglieder
der Sanitätseinsatzleitung unterstützen den Örtlichen
Einsatzleiter und wirken in Abstimmung mit diesem in der Örtlichen Einsatzleitung mit. Kommt im Einzelfall innerhalb der Sanitätseinsatzleitung eine Einigung über Einsatzmaßnahmen
nicht zustande, entscheidet der Örtliche Einsatzleiter.

Einsatzindikation für die SanEL:
Massenanfall von Verletzten (MANV)

Ein Schadensereignis mit einer größeren Anzahl Verletzter oder Kranker liegt dann vor, wenn die Anzahl der Verletzten eine über das gewöhnliche Einsatzgeschehen hinausgehende besondere
Vorgehensweise des Rettungs-/Sanitätsdienstes unter der Führung einer Sanitäts-Einsatzleitung (SanEL) erforderlich macht, die die Einsatzkräfte des Rettungs-/Sanitätsdienstes koordiniert.

Davon ist in der Regel auszugehen

  1. bei Katastrophen und bei größeren Schadensereignissen mit zehn und mehr Verletzten
  2. bei Schadensereignissen, bei denen mehr als drei Notärzte zum Einsatz kommen
  3. Darüber hinaus kann es auch bei sonstigen Schadenslagen, bei denen es nach dem Meldebild einer Koordinierung besonders bedarf, zweckmäßig sein, eine Sanitäts-Einsatzleitung einzusetzen

Unterstützungsgruppe der Sanitätseinsatzleitung (UG-SanEL)
Der SanEL kann zur Unterstützung eine Unterstützungsgruppe Sanitätseinsatzleitung zur Seite gestellt werden. Die UG-SanEL unterstützt die SanEL bei der Wahrnehmung ihrer Aufgaben. Der OrgL und der LNA sind für ihren jeweiligen
Aufgabenbereich weisungsbefugt gegenüber allen Mitgliedern der UG-SanEL. Insbesondere wird die UG-SanEL unterstützend bei der
Wahrnehmung folgender Aufgaben tätig:
  1. Sichtung, Einrichtung von Erstversorgungsbereichen vor Ort
  2. Verletztenerfassung
  3. Verletztenabtransport einschließlich Einweisung und Koordination der Transportmittel vor Ort
  4. Kommunikation

Die UG-SanEL besteht aus vier Personen in Zweifachbesetzung, die von den Hilfsorganisationen auf Kreisebene im Benehmen mit den vorbenannten Organisatorischen Leitern und der Kreisverwaltungsbehörde benannt werden. Nachdem die Aufgaben von den einzelnen Mitgliedern der UG-SanEL - unter der Leitung des Organisatorischen Leiters und des Leitenden Notarztes - weitgehend selbständig wahrgenommen werden müssen, ist Voraussetzung für die Tätigkeit in der UG-SanEL eine mehrjährige Einsatzerfahrung im Rettungs-/Sanitätsdienst. Jedes der vier Mitglieder der UG-SanEL sollte insoweit federführend für eine der oben genannten Aufgaben zuständig sein. Jedes Mitglied der UG-SanEL muss in der Lage sein, auch alle anderen Aufgaben wahrzunehmen. Die Mitglieder der UG-SanEL unterstehen hinsichtlich Ausbildung und Dienstbetrieb der Aufsicht des BRK-Kreisverbands.

Mehr Informationen zur UG-SanEL und zum Einsatzleitwagen finden Sie hier:

Informationen zum ELW2 und zur UG-SanEL: Informationen zum ELW2 und zur UG-SanEL
Einsatzabschnittsleiter (EAL)
Ein Einsatzabschnitt ist ein vom Einsatzleiter nach taktischen Erfordernissen festgelegter Teil oder Aufgabenbereich einer Einsatzstelle. Er kann örtlich begrenzt oder durch die Art der Einsatztätigkeit (zum Beispiel Patientenablage, Behandlungsplatz, Rettungsmittelhalteplatz, Suchhunde, Wasserettung, Bergrettung, etc.)
bestimmt sein. Der EAL trägt fur seinen Abschnitt bzw. Aufgabenbereich die Verantwortung und übt ein fachliches Weisungsrecht gegenüber allen dort eingesetzten Helfern aus.

Sachgebiete sind die sechs Aufgabenbereiche, in die eine Einsatzleitung gegliedert ist:

  1. Personal und Innerer Dienst – Sachgebiet 1 (S 1)
  2. Lage – Sachgebiet 2 (S 2)
  3. Einsatz – Sachgebiet 3 (S 3)
  4. Versorgung – Sachgebiet 4 (S 4)
  5. Presse- und Medienarbeit – Sachgebiet 5 (S 5)
  6. Information und Kommunikation – Sachgebiet 6 (S 6)


Ein Schadensereignis mit einer größeren Anzahl Verletzter oder Kranker liegt dann vor, wenn die Anzahl der Verletzten eine über das gewöhnliche Einsatzgeschehen hinausgehende besondere
Vorgehensweise des Rettungs-/Sanitätsdienstes unter der Führung einer Sanitäts-Einsatzleitung (SanEL) erforderlich macht, die die Einsatzkräfte des Rettungs-/Sanitätsdienstes koordiniert



LNA: Gelbe Überwurfweste und 4 cm breites blaues Band am Helm


Der LNA führt u. a. die eingesetzten Ärzte


Persönliche Reife und Führungskompetenz, bestätigt durch die entsendende Stelle


Benennung zum vorgesehenen OrgL durch Kreisverwaltungsbehörde


Arbeitsplatz im Einsatzleitwagen

Leitender Notarzt (LNA)
Der Rettungszweckverband bestellt in Abstimmung mit der Kassenärztlichen Vereinigung und den für die Bestellung der Organisatorischen Leiter zuständigen Kreisverwaltungsbehörden die zur Sicherstellung des Einsatzes notwendige Anzahl von Leitenden Notärzten (derzeit sechs im Berchtesgadener Land, zum Teil Ärzte im BRK). Der Rettungszweckverband organisiert in Abstimmung mit der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern den Einsatz der Leitenden Notärzte und unterrichtet hierüber die Rettungsleitstelle. Zum Leitenden Notarzt soll nur bestellt werden, wer

  1. über eine mindestens dreijährige Einsatzerfahrung im Notarztdienst verfügt und regelmäßig im Notarztdienst
    des Rettungsdienstbereiches, in dem er zum Leitenden Notarzt bestellt werden soll, tätig ist
  2. bei der Bayer. Landesärztekammer die Fortbildung zum Leitenden Notarzt vollständig absolviert hat (Stufe E 1 mit
    E 4) oder über eine von der Bayer. Landesärztekammer als gleichwertig anerkannte Qualifikation verfügt und
  3. über die erforderlichen Kenntnisse der regionalen Organisation und Leistungsfähigkeit des Rettungs- und Gesundheitswesens verfügt.

Organisatorischer Leiter (OrgL)
Die Kreisverwaltungsbehörden bestellen im voraus, also ohne Bezug auf ein konkretes Schadensereignis, im Einvernehmen mit den Hilfsorganisationen die zur Sicherstellung des Einsatzes notwendige Anzahl von organisatorischen Leitern (derzeit sechs im Berchtesgadener Land, alle Helfer im BRK).

Im Zuge einer Qualitätssicherung war es notwendig, die bestehende Ausbildung der Organisatorischen Leiter (OrgL) in Bayern einer aktuellen Bedarfsanalyse zu unterwerfen. Im Gegensatz zu der durch die Bundesärztekammer empfohlenen Ausbildung der Leitenden Notärzte besteht für die Ausbildung der Organisatorischen Leiter bislang keine bundeseinheitliche Empfehlung. Eine durch das Bayerische Staatsministerium des Innern (StMI) eingesetzte Arbeitsgruppe bestehend aus Vertretern der Hilfsorganisationen (Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), Bayerisches Rotes Kreuz (BRK) mit Bergwacht Bayern und Wasserwacht Bayern, Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), Johanniter Unfallhilfe (JUH) und Malteser Hilfsdienst (MHD)), der Bayerischen Landesärztekammer (BLÄK), der Staatlichen Feuerwehrschule Geretsried (SFS-G) und des StMI erarbeitete das nun vorliegende Konzept zur zukünftigen Ausbildung der OrgL:


Voraussetzungen für die Ausbildung zum Organisatorischen Leiter:

  1. Persönliche Reife und Führungskompetenz, bestätigt durch die entsendende Stelle (Hilfsorganisation, privates Rettungsdienstunternehmen, Berufsfeuerwehr usw.)
  2. Mindestens 25., maximal 58. Lebensjahr bei Beginn der Schulung
  3. Polizeiliches Führungszeugnis
  4. Erlaubnis zur Führung der Berufsbezeichnung Rettungsassistent oder Ausbildung zum Rettungssanitäter
  5. Aktive Tätigkeit als Einsatzleiter (RD*/San/Betr./Bergwacht/Wasserrettung)
  6. Benennung zum vorgesehenen OrgL durch Kreisverwaltungsbehörde vor Beginn der Ausbildung


Soweit kein ÖEL die Gesamtleitung übernommen hat, erfolgt die Abstimmung mit den Leitern der anderen Fachdienste



OrgL beim Eishalleneinsturz in Bad Reichenhall


ÖEL: Weiße Überwurfweste


SEG-Leiter beim Eishalleneinsturz in Bad Reichenhall

Einsatzleitung im Katastrophenfall
Die Katastrophenschutzbehörde (Landratsamt) leitet den Einsatz und stellt dabei sicher, daß alle Maßnahmen aufeinander abgestimmt sind. Sie kann allen für den Einsatzbereich zuständigen staatlichen
Behörden und Dienststellen der gleichen oder einer niedrigeren Stufe, mit Ausnahme der
obersten Landesbehörden, Weisungen erteilen. Das gleiche gilt gegenüber den sonstigen zur
Katastrophenhilfe Verpflichteten und den eingesetzten Kräften. Das Sachweisungsrecht übergeordneter Fachbehörden bleibt unberührt. Leisten Kräfte des Bundes oder anderer Länder Katastrophenhilfe, so unterstehen auch Sie für die Dauer ihrer Mitwirkung den Weisungen der Katastrophenschutzbehörde. (Art. 5 BayKSG)

Örtliche Einsatzleitung (ÖEL)
bezeichnet in Bayern die technische Einsatzleitung.
Die Katastrophenschutzbehörde soll für die Wahrnehmung ihrer Aufgaben am Schadensort
eine den Einsatz dort leitende Person (Örtlicher Einsatzleiter) bestellen. Diese leitet im Rahmen
des Auftrags und der Weisungen der Katastrophenschutzbehörde alle Einsatzmaßnahmen vor Ort und kann allen eingesetzten Kräften Weisungen erteilen. Die Katastrophenschutzbehörde soll vorab fachlich geeignete Personen als Örtliche Einsatzleiter benennen. (Art. 6 BayKSG)

Neben Einsatzkräften der Feuerwehr und des THW gehört auch ein Mitarbeiter des BRK zur Gruppe der vorbestimmten ÖEL im Berchtesgadener Land.

Örtliche Einsatzleitung bei Schadensereignissen unterhalb der Katastrophenschwelle
Zur Bewältigung von Schadensereignissen, die keine Katastrophen sind, kann die Kreisverwaltungsbehörde fachlich geeignete Personen als ÖEL bestellen, soweit wegen des Ausmaßes des Schadensereignisses dadurch das geordnete Zusammenwirken am Einsatzort wesentlich erleichtert wird. Die Stellung der Polizei nach dem Polizeiaufgabengesetz
bleibt unberührt. (Art. 15 BayKSG)



Verkehrsunfall auf der B20: EL-RD bei der Erfassung der Patientendaten



EL-RD: Besprechung mit der Notärztin


Ständige Aus- und Fortbildung

Einsatzleiter Rettungsdienst (EL-RD)
Das Thema Einsatzleitung beschäftigt den Rettungsdienst insgesamt und das BRK insbesondere schon seit vielen Jahren. Mit zunehmender Komplexität des rettungsdienstlichen Geschehens und der Notwendigkeit zur Zusammenarbeit von unterschiedlichen Organisationen wurde auch die Erforderlichkeit einer Einsatzleitung als Fach-Führungskraft,die nicht mit originären rettungsdienstlichen Aufgaben belastet war, offensichtlich. Die ursprüngliche Idee, dass im Landrettungsdienst der ersteintreffende Rettungsassistent als Einsatzleiter fungiert, lässt sich heute bei schwierigen und komplexen Einsatzlagen ebenso wenig aufrecht erhalten, wie die Einsatzleitung durch den erfahrensten oder dienstältesten Retter aus dem Berg- oder Wasserrettungsdienst.

Nicht nur aufgrund der erheblichen Anforderungen im Bereich der Koordination und der Kommunikation, sondern auch aufgrund der gestiegenen
rechtlichen Verantwortlichkeiten ist es heute erforderlich, besonders geschulte Mitarbeiter als Einsatzleiter auszubilden und einzusetzen.
Entsprechend dieser Erkenntnis wurde die Einsatzleitstruktur in allen Bereichen des Rettungsdienstes in den letzten Jahren erheblich
professionalisiert und strukturell neu überdacht.

Im Berchtesgadener Land stellen acht speziell geschulte ehrenamtliche Mitarbeiter der BRK-Bereitschaften, die regelmäßig im Landrettungsdienst tätig sind, im Schichtdienst zwei Einsatzleiter-Rettungsdienst (EL-RD) für den nördlichen und südlichen Landkreis.


Einsatzabschnittsleiter: Beim BRK einheitlich mit grüner Überwurfweste gekennzeichnet



Bergwacht-Einsatzleiter: Einheitlich mit grüner Überwurfweste gekennzeichnet


Aus der Einsatzleitgruppe heraus wird rund um die Uhr der Bereichs-Einsatzleiter benannt

Bergwacht-Einsatzleiter
Für den Bergrettungsdienst ist geregelt, dass im
Einsatzfall von der Leitstelle die zuständige Bergrettungswache zu alarmieren ist und diese vor Ort den Einsatz steuert. Damit ist klar geregelt, dass
unbeschadet der Einsatzlenkung durch die RLSt, die übergeordnete Fragen betrifft ( z.B. Alarmierung der zuständigen Bergrettungswache, Dokumentation, Auswahl und Benachrichtigung des Zielkrankenhauses, Nachalarmierungen nach Anforderungen, etc.) die Einsatzleitung bei der Bergwacht selbst liegt.

Die strategische Einsatzvorbereitung, die -abwicklung und die -nachbereitung wird im Einsatzbereich (im Landkreis gibt es zwei Einsatzbereiche: Berchtesgadener Land und Saalachtal) durch die Einsatzleitgruppe gemeinsam durchgeführt. Die Gruppe besteht aus etwa 15 qualifizierten Einsatzleitern, die durch die Betreiber der im Einsatzbereich organisierten Einsatzwachen und Einsatzwachen Alpin benannt werden.

Aus der Einsatzleitgruppe heraus wird rund um die Uhr der Bereichs-Einsatzleiter benannt. Dieser steht dem Disponenten in der Integrierten Leitstelle unmittelbar als Ansprechpartner zur Verfügung. Er trägt die Gesamtverantwortung für die Abwicklung des Einsatzes. Er vernetzt alle, die im Einsatzablauf Teilverantwortung übernehmen (Disponent, Notarzt, Pilot, Einsatzkräfte) und tauscht die erforderlichen Informationen aus. Es kann ergänzend ein untergeordneter Gebiets-Einsatzleiter vorgesehen werden.

Vergleichbar der Aufgaben der Kreiseinsatzzentralen der Feuerwehren (Artikel 5 des Gesetzes zur Einführung der Integrierten Leitstellen) unterstützt die Bereichseinsatzzentrale den Bereichs-Einsatzleiter bei der Abwicklung seiner Aufgaben. Sie wird im Einsatzfall durch ein Mitglied der Einsatzleitgruppe besetzt und hält unmittelbaren Kontakt zur Integrierten Leitstelle und zu den Einsatzhubschraubern. Die Leitstelle weist die erforderlichen Einsatzkräfte und Einsatzmittel zu. Es kann ergänzend eine untergeordnete Gebiets-Einsatzzentrale vorgesehen werden.
In besonderen Einsatzfällen wird die Einsatzleitgruppe durch spezialisierte Einsatzleiter ergänzt. Es handelt sich beispielsweise um überörtlich Verantwortliche, Spezialeinsatzkräfte, Führungskräfte der Spezialeinsatzeinheiten oder andere Spezialisten. Bei besonderen Schadenslagen wird die Einsatzleitgruppe durch das Lagezentrum organisatorisch unterstützt. Außerhalb des Zuständigkeitsbereiches einer Einsatzleitgruppe koordiniert das Lagezentrum den Einsatz unter Führung der jeweils zuständigen einsatzleitenden Strukturen.


Bergwacht-Einsatzleiter: Bayernweit einheitlich mit grüner Überwurfweste gekennzeichnet



Einsatzleiter Wasserrettungsdienst: Beim BRK einheitlich mit grüner Überwurfweste
Einsatzleiter Wasserrettungsdienst (EL-WRD)
Die Wasserwacht Bayern hat ihre Dienstanweisung für den Wasserrettungsdienst mit Wirkung zum 01.01.2005 neu gefasst: Der Einsatzleiter WRD ist für die Belange der Wasserrettung zuständig. Der Einsatzleiter WRD führt und koordiniert den WRD-Einsatz. Er ist Ansprechpartner für benachbarte Organisationen. Der Einsatzleiter ist taktisch, fachlich und organisatorisch weisungsbefugt. Bei Wasserrettungseinsätzen ist der Einsatzleiter WRD dem Einsatzleiter Rettungsdienst gegenüber gleichgestellt.


Entgegennahme des Einsatzauftrages


Der SEG-Leiter ist beim BRK einheitlich mit einer blauen Überwurfweste gekennzeichnet


Der SEG-Leiter muss die Lage erkunden und beurteilen

SEG-Leiter
Die Schnell-Einsatz-Gruppen San, BtD und Wasserrettung untersteht der SanEL bzw. dem jeweiligen Einsatzleiter. Als Gruppenführer ist der SEG-Führer für die ihm unterstellen Helfer verantwortlich und ihnen gegenüber weisungsberechtigt. Zu seinen Aufgaben gehören u. a.
  1. Führen der Einsatzeinheit / SEG
  2. Entgegennahme des Einsatzauftrages
  3. Einsatz der SEG
  4. Einschätzen der Lage, Lagebeurteilung, Einsatzwert der SEG, Einsatzmöglichkeiten der SEG
  5. Stärkemeldung, Verpflegung, Ablösung der Helfer
  6. Zusammenarbeit bzw. Koordination des Einsatzes mit dem Einsatzleiter (San-EL, EL-RD) und den anderen Führungsebenen
  7. Führen eines Einsatztagebuches
  8. Wiederherstellen der Einsatzbereitschaft
  9. Betreuung der Helfer nach Einsätzen
  10. Schadensmeldungen, Unfallmeldungen
  11. Ersatzbeschaffungen
  12. Nachbesprechung von Übungen und Einsätzen
  13. Führen der Personalakten, Alarmplan, Anschriftenlisten
  14. Ausstattung der Helfer mit entsprechender Einsatzkleidung
  15. Einschätzung des Personals auf Ausbildungsstand, physische und psychische Belastbarkeit, Eignung der Helfer
  16. Ersatzbeschaffungen

Die Ausbildung zum SEG-Führer erfolgt in vier Modulen (Führen im Einsatz I bis IV).


Führen der Einsatzeinheit / SEG



Einsatzleitwagen RK/BGL 3 (ELW2)



Sobald viele Helfer im Einsatz sind, machen sich farbige Kennzeichnungswesten bezahlt